Roter Morgen online   
26 Artikel, Ausgabe 3, 2008
Kurz gemeldet - International
14.07.2008
Korfu
Proteste gegen Müllkippe – Polizei tötet Frau
Die Bevölkerung von Lefkimmi, einer Ortschaft auf der griechischen Insel Korfu, kämpft gegen die Anlage einer weiteren Müllkippe. Bei einer Demonstration hat die Polizei die Demonstranten mit Schlagstöcken und Tränengas angegriffen. Dabei wurde eine 43-jährige Mutter von zwei Kindern so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus verstarb.
Die Organisation für den Wiederaufbau der KKE (1918-1955) verurteilt den Terror der Polizei und solidarisiert sich mit der kämpfenden Bevölkerung von Lefkimmi
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Kommentar Zur „unpolitischen“ Partystimmung bei der Fussball-EM
14.07.2008
Wenige Tage vor der EM äußerte sich Waldemar Hartmann in einer Talkshow zur Frage, ob die Autokorsos und Deutschlandfahnen rund um die Spiele Ausdruck von Nationalismus seien. Seine Meinung: Es handelt sich nur um Partyschmuck, hat mit Nationalismus nichts zu tun.
Diese Ansicht – alles völlig unpolitisch – bekam man rund um die EM von vielen Seiten zu hören.
Wie „unpolitisch“ die „Super-Deutschland-“Feiern während der EM tatsächlich waren, ließ sich bei einer zufällig erlebten Episode nach dem Halbfinale gegen die Türkei erahnen. Da steht eine Gruppe ziemlich junger Mädchen, die zunächst „unpolitisch“ - jedenfalls durchschnittlich, nicht faschistisch - aussehen, am Bahnhof und singt auf die Melodie eines Ärzte-Lieds: „Eines Tages werden wir uns rächen – wir werden die Beine aller Türken brechen.“ Als eine Bahn mit türkischen Fans vorbeigefahren kommt, setzt es nach: „Ihr könnt nach Hause fahren.“
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Pressemitteilung Opel Bochum
Solidarität mit den gekündigten Leiharbeitern bei Opel
14.07.2008
Am Mittwoch, den 18. Juni, wurden 8 Leiharbeiter, die über Leiharbeitsfirmen Adecco und Wico bei der Fremdfirma SCB bei Opel beschäftigt waren, fristlos gekündigt weil sie sich beim Betriebsrat informiert hatten. Ebenfalls gekündigt wurde ein Kollege, der zur selben Zeit krank war. Offenbar sollen Kollegen für die Wahrnehmung ihrer Rechte und ihr Eintreten für höhere Löhne abgestraft werden. Das ist nicht hinnehmbar!
Dazu haben sie nach Betriebsverfassungsgesetz das Recht. Es geht darum, dass sie für die gleiche Arbeit wie bei Opel direkt Eingestellte mit 7,20 bis 7,60 Euro Stundenlohn nur etwa halb so viel bekommen wie ihre Kollegen neben ihnen. Monatelang wurden sie hingehalten. Kollegen der Stammbelegschaft solidarisierten sich mit der Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit. Die fristlose Kündigung zeigt die besondere Rechtlosigkeit der Leiharbeiter.
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Leserbrief
14.07.2008
Liebe Redaktion,
in dem Artikel: "Nein zum Verhandlungsergebnis" erschienen in der zweiten Ausgabe dieses Jahres gebt Ihr erst einmal richtig das Tarifergebnis wieder, doch dass ist nur ein Teil des Ergebnisses und trifft z.B für die Betriebe des ÖPNV in NRW zu. Zu beachten ist, dass es auch schon Betriebe des ÖD (öffentlicher Dienst) gibt, wo schon vor dem Abschluss regulär 39 Std. gearbeitet wurde. Das erklärt auch das Ergebnis der Mitgliederbefragung, wonach 76,5% für das Ergebnis stimmten (Quelle VER.DI NEWS 06 - 26. April 2008), wobei die geringe Wahlbeteiligung zu beachten ist.
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Transnet-Hansen Wes Brot ich ess, des Lied ich sing!
14.07.2008
Transnet-Hansen ist ein besonders widerwärtiger Typ von Arbeiterverräter. Schon als Gewerkschaftschef hatte er sich als Befürworter der Bahnprivatisierung und offener Streikbrecher dem Kapital angedient. Jetzt ist er dafür belohnt worden. Er wechselte vom Chefsessel Transnets in den Vorstand der Bahn – als Arbeitsdirektor. Und lässt sich diesen Wechsel natürlich entsprechend vergolden. Geld stinkt nicht, hieß es im alten Rom, dieser Wechsel dagegen stinkt zum Himmel.
Kaum im neuen Amt ließ Hansen die Peitsche knallen. Offenbar mit Rachegelüsten gegen die Lokführer im Herzen ließ er ihnen via Bild gleich mal vermitteln, dass sie zu wenig arbeiten und in Zukunft ja auch am Bahnhof mit anpacken oder ihre Züge aufräumen könnten. Und trompete gleich hinterher, dass ja überhaupt die Bahn viel zu viel Personal habe.
Hansen ist ein gelber Gewerkschafter schlimmster Art gewesen, nicht besser als seine von Siemens oder Springer ausgehaltenen „Kollegen“. Es wäre eine Schande, wenn er weiter Mitglied von Transnet bleiben dürfte.
Hansen ist leider kein Einzelfall. Er ist nur ein besonders hervorstechendes, widerwärtiges Beispiel eines Gewerkschaftsführers, der mit der Arbeiterklasse längst nichts mehr zu tun hat. Eines Gewerkschaftsführers, der eng mit dem Finanzkapital verflochten ist und seine ganze Lebenslage dem finanzkapitalistischen Milieu angepasst hat. Er ist der Typus eines Gewerkschaftsführers, wie ihn der Imperialismus unausweichlich hervorbringt.
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