Neue Fälle von Gewaltorgien der Polizei
In Köln ermittelt die Staatsanwaltsschaft gegen zwei Polizisten. Diese hatten einen psychisch kranken Mann nach einem heftigen Streit mit seiner Mutter auf die Wache mitgenommen. Dort traf er auf ein »Empfangskomitee«, welches auf den gefesselten Mann eintrat, bis er ins Koma fiel. Zwei Tage später starb er. Zwei Beamte, die die zum Tode führenden Mißhandlungen mitansahen, meldeten sich dankenswerterweise zu Wort - sonst wäre es, wie in unzähligen anderen Fällen auch, kaum zu Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gekommen. (FR 14.12.)
Skandalöserweise hatte die Staatsanwaltschaft zunächst nur wegen Körperverletzung im Amt ermittelt. Nach gerichtsmedizinischen Gutachten sah sie sich gezwungen, den Vorwurf wenigstens auf »Körperverletzung mit Todesfolge« auszuweiten. Würde es sich nicht um Beamte handeln, würde die Anklage wohl auf Mord lauten.
Ein zweiter Fall: In Berlin nahmen Polizisten einen Türken fest, weil dieser angeblich mit Freunden zu laut gefeiert hatte. Einige Stunden später wurde er ins Krankenhaus eingeliefert - blutüberströmt, mit Nasenbeinbruch, Würgemalen am Hals sowie Prellungen und Hämatomen am ganzen Körper. Ein lebensbedrohlicher Zustand, befanden die Ärzte, und nahmen eine Notoperation vor. Der Mann überlebte, vollständig genesen wird er nicht mehr. (FR 14.12.)
Bei der Festnahme sei der Mann unglücklich aufs Pflaster geschlagen, behaupteten die Polizisten. Die Aussage des Geschädigten klang anders: Er wurde auf die Straße geschleudert, und als er blutend am Boden lag, traktierten ihn die Beamten mit Fäusten und Füßen, zerrten ihn in den Funkwagen und verprügelten ihn erneut. »Ich dachte, die wollten mich umbringen«, sagte er.
Einzelfälle? Mitnichten!
Wir fordern strenge Bestrafung der Täter, doch damit ist es nicht getan. Ein Staat, der zunehmend für Kriege gegen andere Völker rüstet und solche Kriege führt, ein Staat, der im Inneren zunehmend demokratische Rechte abbaut und gegen die eigene Bevölkerung rüstet, ein solcher Staat produziert gesetzmäßig in wachsendem Maße Gewaltorgien seiner Polizei. | |