(Korespondenz) - Im Anschluss an die Anti-Kriegs-Demonstration in Dortmund am 26.10.02 (wir berichteten) wurde am 20.11. das Bündnis unter aktiver Beteiligung unserer Genossen vor Ort gegründet.
Seitdem ist es fast jede Woche - so auch zwischen den Jahren - mit Informationsständen, Plakaten, Transparenten und Unterschriftensammlungen in der Dortmunder Innenstadt aktiv.
Im Bündnis sind derzeit 28 Gruppen und Organisationen, sowie unorganisierte Einzelpersonen, die aktiv gegen den Krieg kämpfen wollen, zusammengekommen - weiterer Zulauf ist wahrscheinlich.
Nein zu Irak-Krieg! Keine Unterstützung! Keine deutsche Beteiligung! Rücknahme der Start- und Überflugrechte für Kriegsflugzeuge! Spürpanzer und deutsche Truppen heraus aus der Golfregion! Aufstehen für den Frieden! Kein Blut für Öl! Solidarität mit der amerikanischen Friedensbewegung!
Wir treffen uns in der Regel mittwochs 19:30 im Dortmunder Arbeitslosen-Zentrum zur offenen Versammlung, auf der wir Aktionen besprechen, Flugblätter entwerfen und Informationen austauschen.
Bisher haben wir 3 aktualisierte Flugblätter geschrieben und weitere Forderungen beschlossen:
o Kein Einsatz deutscher Soldaten in AWACS-Kampfflugzeugen ! (wegen der regierungsamtlichen Ankündigung, dass deutsche Besatzungen fliegen sollen)
o Sofortige Aufhebung des UNO-Embargos gegen den Irak ! (wegen der Hungersnot und der wirtschaftlichen Misere für die irakische Bevölkerung - ein Gebot internationaler Solidarität !)
Während der regelmäßigen Infostände wurden bisher etwa 4000 Flugblätter des Bündnisses, darüberhinaus weitere Info-Schriften beteiligter Gruppen, verteilt. Mehrere hundert BürgerInnen unterschrieben am Stand den Bündnis-Aufruf. Eine kleinere Anzahl ging uns per Post auf unterschriebenen Flugblättern zu. Auf einem großen Transparent mit der Aufschrift »Nein zum Krieg!« unterzeichneten mit Filzstift ebenfalls mehrere hundert Passanten.
Wir beobachten zunehmendes Interesse und Annahme unserer Aktionen in der Öffentlichkeit. In kurzen Gesprächen hörten wir, dass bei vielen Menschen Sorge wegen des drohenden Krieges mitschwingt. Oft wird die Bush-Politik für irrsinnig und erpresserisch erklärt - ohne Saddam Hussein in Schutz zu nehmen. Dem »Nein zum Irak-Krieg« der Schröder-Fischer-Regierung wird nicht viel Vertrauen geschenkt. Realistisch wird eingeschätzt, dass Deutschland bereits am Krieg beteiligt ist und sich im Zweifel noch weiter darauf einlassen wird.
Solche Meinungs-Blitzlichter sind interessant und ermutigend - auf ihr Gewicht im großen Maßstab kann selbstverständlich nicht geschlossen werden.
Am 8.1.03 gab das »Dortmunder Bündnis…« eine Pressekonferenz. Neben der sachlichen Selbstdarstellung über politische Zielsetzung, Zusammensetzung und Aktionen wurde von einem Bündnis-Sprecher eine besonders empörende Mitteilung gemacht: Der Kasseler Friedensratschlag hatte in Berlin beim Kriegsministerium 80.000 BürgerInnen-Unterschriften gegen den Irak-Krieg abgeben wollen. Niemand hörte die Delegation an und niemand nahm die Unterschriften entgegen. »Mit Demokratie hat das nichts mehr zu tun, Volkes Stimme wird geflissentlich überhört«, fügte der Sprecher hinzu.
Unter den Überschriften »Widerstand wird zur Pflicht« (WAZ) und »Junges Bündnis streitet für den Frieden« (Westf. Rdsch.) erschienen am 9.1. kurze, sachliche Artikel über das Bündnis. Am 18.1. unterstützte das »Bündnis..« eine eindrucksvolle Aktion der Gruppe »resist« in der Stadtmitte. Unter weißem Nebel und roten Rauchschwaden, bei Bombenlärm aus Lautsprechern und Maschinengewehr-Knattern lagen plötzlich »tote Soldaten und Zivilpersonen« auf dem Pflaster vor der Reinoldikirche. Dies erregte die Aufmerksamkeit vieler Passanten auf der Einkaufsmeile. Das Interesse an Flugblättern stieg augenblicklich.
Neben unserer weiter laufenden Aufklärungs- und Mobilisierungsarbeit orientieren wir derzeit auf die »attac-Friedenstour« mit Julie Fry, Sprecherin der US-Friedensbewegung und einem Anti-Globalisierungs-Aktivisten aus Neapel am 25.1., 19:30 im Bahnhof Bochum-Langendreer und auf den Europäischen Aktionstag gegen den Irak-Krieg am 15.2. in Berlin.
Selbstverständlich bemüht sich das Bündnis, weitere, insbesondere örtliche Gewerkschafts-Gruppen für das Bündnis zu gewinnen.
Für den Tag des Kriegsbeginns »X«, rufen wir zum Spontanprotest-Treffen um 17_Uhr an der Reinoldikirche auf.
Der Liste der Bündnismitglieder ist anzusehen, dass es sich um eine Aktionseinheit gegen den Irak-Krieg, unabhängig von den politischen, weltanschaulichen oder religiösen Überzeugungen der beteiligten Gruppen und Personen, handelt.
Das ist ermutigend, denn nur so kommen wir weiter und können Kraft gegen den Krieg gewinnen. Unsere Fähigkeit zur Aktionseinheit stärkt das Zutrauen und die Bereitschaft der noch abseits stehenden Menschen sich mit uns zusammen gegen den Krieg einzusetzen.
Wir fordern alle RM-LeserInnen, alle GenossInnen und FreundInnen in unserem Raum auf, aktiv im »Dortmunder Bündnis…« mitzukämpfen.
Außerhalb unseres Einzugsgebietes sollten GenossInnen und SympathisantInnen sich an Anti-Kriegs-Bündnissen beteiligen oder sie auf die Beine stellen.
Gruppen, Organisationen und Parteien der Mitglieder des Bündnisses,
( Stand: Mitte Januar 2003):
Attac, für eine solidarische Weltwirtschaft gegen neoliberale Globalisierung, Gr. Do. - Bündnis Dortmund gegen Rechts - Christinnen und Christen für den Frieden - Deutsch-Kurdischer Verein, Gr. Do. - DFG-VK, Deutsche Friedensgesellschaft, Vereinigte Kriegsdienstgegner/innen, NRW+Gr. Do. - DIDF, Föderation Demokratischer Arbeiterverein e.V., Bz. Do. - DKP, Deutsche Kommunistische Partei, Do. Dortmunder Friedensforum - Evangelische Schalom-Gemeinde Do,-Scharnhorst - Frauen-Friedensinitiative, Do. - Frauen in Schwarz - Frauengruppe Courage, Do. - Frauengruppe Terre des Femmes - Friedenskreis Castrop - Geschichtswerkstatt Do. - Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Stadtverband Do. - IGM, Industriegewerkschaft Metall, Stadtteilgruppe Do.-Nord - Interreligiöses Friedensforum Do. - IPPNW, Internationale Ärzte zur Verhütung eines Atomkrieges, Sektion Do. - Kana-Gemeinschaft (Suppenküche) - Kinderhilfe Chile e.V. - KPD, Kommunistische Partei Deutschlands, Bez. Do. - Linkes Bündnis, Do. - Naturfreunde Bezirk Do. - Palästinensische Gemeinde in Deutschland e.V. - SDAJ, Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend, Do. - Sozialistische Jugend »Die Falken« Dortmund und Sauerland - VVN/BdA, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der Antifaschisten/innen, Do. - Dazu noch Einzelpersonen ohne Gruppe.