»Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren!«

Die Belegschaft des Chemiewerkes Prefil in Premnitz, die ihren Betrieb seit dem 2. Dezember 2002 besetzt hält, war und ist für diese Losung. Unter diesem Motto kämpften einst die Kumpel von Bischofferode. Bischofferode ist für die 182 Kolleg-Innen ein Vorbild.

Am 19. Februar besuchte ein Berliner KPD-Genosse die Betriebsbesetzer. Er überbrachte solidarische Grüsse der Partei.

Premnitz, die Stadt im Havelland (60 km vor Berlin), ist seit 1915 Standort der chemischen Industrie. Zu DDR-Zeiten waren im VEB »Friedrich Engels« an rund 7200 Menschen beschäftigt. Nach dem Beitritt wurde das Werk aufgesplittet, Teile wurden geschlossen. Im Lauf der Zeit gingen die Nachfolgefirmen Pleite. Seit Juli 2002 ist die Prefil GmbH insolvent. 218 Menschen waren im Werk beschäftigt. Die Betriebsbesetzung richtet sich gegen die Werksschliessung, für den Erhalt der Arbeitsplätze in der Viskosefabrik, sowie für den Ehalt weiterer 1 000 Arbeitsplätze, die durch eine Schließung akut gefährdet sind. Offiziell beträgt die Arbeitslosenquote bereits 28 Prozent.

An alle Politiker: Premnitzer lassen sich nicht verarschen!

Aufgeschlossen gegenüber der KPD, ließen die Betriebsbesetzer keinen Zweifel aufkommen, dass sie weiterkämpfen wollen. Überwältigend ist die Solidarität vor Ort, regional und bundesweit. Zusätzlich errichten sie in der Potsdamer Innenstadt in der Nähe des Innenministeriums ein Mahnfeuer. Seit dem 12. Februar stehen die Besetzer dort bei klirrendem Frost und bringen ihre Forderung öffentlichkeitswirksam herüber. Mit Blick auf verschiedene »Unterstützungserklärungen«, so z.B. von der CDU oder SPD usw. erklärten sie, daß sie sich nicht politisch vereinnahmen lassen.

Am 21. Februar meldeten die Agenturen, dass »alle Bemühungen scheiterten: Wirtschaftsminister Junghanns trat vor die Belegschaft und machte allen Hoffnungen ein Ende … Für das Werk gebe es keinen neuen Investor.« (Berliner Zeitung, 22/23.2.)

Nach Presseberichten soll Sabine Kindler, die ehemalige Betriebsratsvorsitzende, hemmungslos geweint haben. »Wir haben verloren«, wird sie zitiert. Bis Redaktionsschluss ist nicht bekannt, ob die Premnitzer Besetzer weiterkämpfen.

Die KPD fordert dazu auf, sich gegenüber den kämpferischen Betriebsbesetzern solidarisch zu zeigen und sie zu ermutigen, ihren Kampf fortzusetzen.

Schickt Solidaritätsschreiben einfach an:

Viskosestraße 1

14727 Premnitz


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