Bombengeschäfte
Erst bomben, dann absahnen - nach diesem Motto stürzen sich jetzt Konzerne aus aller Welt auf den Irak. Denn auch beim Wiederaufbau des zerstörten Landes sind Millionen zu verdienen. »The winner takes it all« - das ist die Devise, nach der vor allem US-amerikanische Konzerne zum Zuge kommen.
Dazu gehört z.B. der kalifornische Bauriese Bechtel. Der Konzern hatte im Wahlkampf großzügige Spenden verteilt. Für ihn hatte sich US-Kriegsminister Rumsfeld 1983 bei einem Treffen mit Saddam Hussein für den Bau einer Pipeline zum jordanischen Hafen Akaba stark gemacht. Jetzt hat Bechtel den Zuschlag für einen Großauftrag zur Wiederherstellung von Flughäfen, Energie- und Wasserversorgungseinrichtungen, von Schulen und Krankenhäusern bekommen. Geschätzter Umfang des Auftrages: bis zu 680 Millionen Dollar in den nächsten 18 Monaten. Der Auftrag zum Wiederaufbau der Krankenhäuser ist dabei besonders pikant. Haben wir doch im Fernsehen sehen können, wie die Krankenhäuser, die nicht schon vorher zerbombt waren, von Plünderern vollends ausgeraubt wurden - und US-Soldaten befehlsgemäß tatenlos danebenstanden.
Zu den Gewinnern gehört auch der auf die Erdölförderung und -verarbeitung spezialisierte US-Konzern Halliburton. Umfang der an Halliburton bis jetzt vergebenen Aufträge: 6,5 Milliarden Euro im Zeitraum der nächsten zwei Jahre. Im Vorstand des Konzerns bis zum Jahr 2000: US-Vizepräsident Cheney.
Eingetroffen im Irak ist inzwischen auch Ex-General Jay Garner. Er soll dort als oberster ziviler Besatzungschef fungieren. Garner leitet aber auch die Rüstungsfirma »SY Coleman«, eine Tochter von »L-3-Communications«. Dort wurden Systeme für die Satellitensteuerung von Raketen und Präzisionsbomben entwickelt, die auch im Irak-Krieg eingesetzt wurden.
Aber auch deutsche Konzerne stehen Gewehr bei Fuß, um im Irak abzusahnen. Dazu zählt zum Beispiel der badische Konzern »Heidelberg Cement«, die Nummer drei auf dem Weltzementmarkt. Als im Irak die Menschen im Bombenhagel der USA fielen, schnellten die Aktienkurse dieses Konzerns in die Höhe. In den Startlöchern stehen außerdem die Baukonzerne Hochtief und Bilfinger und Berger. Und auch MAN, ThyssenKrupp und Salzgitter hoffen auf ihren Anteil an der Beute. BDI-Präsident Rogowski über die Aussichten deutscher Konzerne: »In der zweiten Phase, in der es um den Aufbau von Industriestrukturen geht und Irak wieder eine eigene Regierung haben wird, bin ich einigermaßen zuversichtlich.« (FTD, 17.4.2003)
Was hier verdient wird, ist Blutgeld. Das ist die Moral des Finanzkapitals: wenn es um die Profite geht, geht es über Leichen.
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