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ROTER MORGEN online 6, 2007
Vor 40 Jahren wurde Che Guevara ermordet10.01.2008
Am 8. Oktober 1967 wurde Ernesto „Che“ Guevara de la Serna nach einem elfmonatigen Guerrillakampf im Urwald Boliviens von der bolivianischen Armee gefangengenommen und am Tag darauf auf Befehl der Militärregierung und der CIA feige ermordet. Sein 40. Todestag gibt Anlaß, an den Antiimperialisten, Internationalisten und Revolutionär Che Guevara zu erinnern.
Geboren wird er 1928 im argentinischen Rosario. Mit 24 Jahren reist der Medizinstudent durch zahlreiche Länder Lateinamerikas und knüpft Kontakte zu revolutionären Bewegungen in Panama, Costa Rica und Guatemala, wo 1954 die fortschrittliche Regierung von Jacobo Arbenz auf Befehl der US-Regierung und der United Fruit Company weggeputscht wird. Er beginnt, politisch zu arbeiten. 1955 lernt er in Mexiko Raúl und Fidel Castro kennen. Er schließt sich der Guerrillatruppe der Castro-Brüder an, die ab 1956 in den Wäldern Kubas den Kampf gegen die Regierung Batista aufnimmt, eine Marionettendiktatur im Dienst des US-Imperialismus, unter der Kuba das „Bordell der USA“ ist: Glücksspiel, Prostitution und die Mafia prägen das Bild der Insel. Die Guerrilleros finden die Unterstützung der Kleinbauern auf dem Land und wachsen schnell zu einer schlagkräftigen Armee an. Am 1. Januar 1959 muss Batista von Kuba fliehen, die Guerrilleros übernehmen die Macht auf der Insel und enteignen den Besitz der ausländischen Imperialisten. Che Guevara wird Industrieminister und Chef der Nationalbank. In diese Zeit fallen der Beginn des US-Handelsembargos gegen Kuba und der gescheiterte konterrevolutionäre Angriff von Exilkubanern im Sold der CIA in der Schweinebucht.
1965 führt Che eine Gruppe von Kubanern an, die im Kongo den Aufbau einer Guerrillaarmee unterstützen. Im November 1966 beginnt die Mission in Bolivien.
Wenn wir an Che Guevara erinnern, tun wir das ohne Illusionen über seine Fehler und Schwächen, die sich auf der Grundlage des kleinbürgerlichen Charakters der damaligen revolutionären Bewegungen in Lateinamerika und unter einem gewissen Einfluss des Maoismus entwickelt haben. Vor allem in seiner Schrift „Guerrillakrieg – eine Methode“ zieht er falsche, voluntaristische Verallgemeinerungen aus den Erfahrungen des sehr speziellen bewaffneten Aufstands auf Kuba: Man müsse nicht immer warten, bis alle Bedingungen für eine Revolution gegeben seien. Revolutionäre Bedingungen könnten auch durch die bewaffnete aufständische Gruppe, den sog. „Fokus“, selbst geschaffen werden. Schauplatz des bewaffneten Kampfes im unterentwickelten Amerika müsse grundsätzlich das Land sein.
Gerade das Scheitern seines Kampfes in Bolivien hat diese Theorien widerlegt. Dort war es eben nicht gelungen, durch den bewaffneten „Fokus“ die Initialzündung für eine revolutionäre Massenbewegung wie in Kuba zu geben. Den Besonderheiten des Landes wurde zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Kontakte zu den kämpfenden politischen Bewegungen in anderen Teilen, bspw. zu den Minenarbeitern in den Bergregionen, wurden von der Guerrilla entweder kaum aufgebaut oder von der revisionistischen Partei sabotiert. Ches Truppen blieben im Urwald isoliert und rieben sich auf.
Eine ganz andere Frage ist, dass das revolutionäre Kuba sich unter der Regierung Fidel Castros ab Anfang der sechziger Jahre immer mehr zu einem Anhängsel der revisionistischen Sowjetunion entwickelte. Es ist nicht abschließend geklärt, ob Castro und Che Guevara sich vor seiner Mission in Bolivien politisch überworfen haben.
Was jedoch zu diesem Jahrestag viel wichtiger ist: Che Guevara war ein Mensch, der für die Befreiung der unterdrückten Völker von der Herrschaft des Imperialismus gekämpft hat. Er war ein Internationalist und Revolutionär, der in verschiedenen Ländern aktiv tätig war und für diesen Kampf sein Leben gegeben hat. Seine konsequente kämpferische Haltung macht ihn damals wie heute weltweit zu einem Vorbild, insbesondere für die revolutionäre Jugend. Gerade deshalb haben ihn die Imperialisten und ihre Schergen ermorden lassen und gerade deshalb wird seine Person von den Herrschenden heute entpolitisiert und als Popfigur vermarktet.
Umso wichtiger ist es, all dem den echten Che Guevara entgegenzusetzen!
© Verlag Roter Morgen, Postfach 900 753, 60447 Frankfurt/M.
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