Frankfurt/Main
Städtische Schulen verrotten – Privatschulen boomen
21.04.2008
(Korrespondenz) Privatschulen erleben in Frankfurt einen regelrechten Boom; 23 sind bereits registriert. Allein in den letzten vier Jahren sind vier neue Schulen in Betrieb genommen worden, weitere vier Anträge liegen zur Prüfung beim städtischen Schulamt. Alle Privatschulen werden großzügig vom Land Hessen und der Stadt gefördert, erhalten heftige Zuschüsse und günstigen Baugrund. So erhält z.B. die „Aktive Schule“ einen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 75% der anfallenden Personalkosten. Und die Stadt Frankfurt macht für den Bau einer weiteren Privatschule ein „tolles Angebot“ – so ein Vertreter des Betreibervereins -, nämlich einen günstigen Erbpachtvertrag für städtischen Grund und Boden. In einem Bericht über eine der Privatschulen kommt die Frankfurter Rundschau (26.3) regelrecht ins Schwärmen: „Derzeit 38 Schüler ... werden auf 800 Quadratmetern Fläche einen großen und mehrere kleine Räume sowie eine überdachte Terrasse perspektivisch vorfinden.“ Ja, so lässt sich’s lernen, da geht das Herz der privilegierten Reichen auf.
Währenddessen verrotten die öffentlichen Schulen immer mehr, müssen Kinder von Empfängern des ALG II in immer größerer Zahl und immer häufiger mit leerem Magen lernen, weil ihre Eltern nicht das Geld haben, damit ihre Kinder in der Schule essen können.
In einem Flugblatt des „Bündnisses gegen Privatisierung“ heißt es über die Lage an den Frankfurter Schulen: „Schulsporthallen vergammeln, sanitäre Anlagen ... verrotten, Eltern streichen zum Nulltarif das Klassenzimmer.“
Und damit nicht genug. Angeblich um der herrschenden Schulmisere Herr zu werden, sollen immer mehr öffentliche Schulen und andere Bildungseinrichtungen in sogenannte Public-Private-Partnership (PPP) – Projekte umgewandelt werden.
| Roter Morgen 2/2008
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