Lokführer
Streik bis zum vollen Sieg!
07.03.2008
Nach der Ankündigung der Lokführergewerkschaft GDL von Mitte letzter Woche werden ab Montag (10. März) deutschlandweit die Züge im Personen- und Güterverkehr stillstehen.
Der unbefristete Streik ist die richtige Antwort der LokführerInnen auf die unverschämten Erpressungsversuche der Bahn und ihres Chefs Mehdorn nach der Einigung auf einen neuen Tarifvertrag für die Lokführer am 30. Januar.
Lokführertarifvertrag
Mit diesem Vertrag hatten die Lokführer fast alle ihre Ziele erreicht: eigenständiger Tarifvertrag; Einmalzahlung von 800 Euro für den Zeitraum von Juli 2007 bis Februar 2008; Lohnerhöhung um 8 % ab 1. März 2008; weitere 3 % ab 1. September; Absenkung der wöchentlichen Arbeitszeit um eine Stunde auf 40 Stunden ohne Lohnkürzung ab Februar 2009.
Vor allem die Durchsetzung der letzten Forderung ist ein bemerkenswerter Erfolg. Zum ersten Mal seit langer Zeit hat es eine Gewerkschaft geschafft, erfolgreich für eine Arbeitszeitverkürzung mit Beibehaltung des Lohns zu kämpfen. Die GDBA hat diese Forderung inzwischen übernommen und will sie auch für die ZugbegleiterInnen und BistromitarbeiterInnen durchsetzen.
Mehdorns Drohungen
Mehdorn droht jetzt mit Stellenstreichungen und einem Einstellungsstop. Er droht erneut mit Fahrpreiserhöhungen. Er droht mit Verlagerungen von Betriebsteilen und Tochterfirmen ins Ausland. Vor allem aber droht er mit der Aufkündigung des Paktes zur Beschäftigungssicherung für 220.000 bei der Bahn beschäftigte Kolleginnen und Kollegen. Der Pakt verbietet betriebsbedingte Kündigungen bis zum Jahr 2010.
Grundlagenvertrag
Außerdem macht die Bahn ihre Unterschrift unter den Lokführertarifvertrag vom Abschluß eines Grundlagenvertrags abhängig.
Das Konzept, das die Bahn für diesen Grundlagenvertrag vorgelegt hat, ist unzumutbar: Demnach soll festgeschrieben werden, dass der Tarifvertrag mit der GDL bis 2015 nur den Personenkreis organisieren solle, den sie heute habe. Für die rund 1000 Lokführer, die die Bahn jetzt als Zeitarbeiter neu einstelle, solle die GDL nicht zuständig sein. Ebenso wenig für die Lokführer von Tochtergesellschaften der Bahn oder die 3000 Lokrangierführer.
Die Bahn zielt mit solchen Vorschlägen darauf ab, die Belegschaft der Bahn zu spalten und gegeneinander auszuspielen.
Für die LokführerInnen geht es jetzt darum, ihren Sieg vom Januar zu sichern. Solidarisieren wir uns mit ihnen!
| Roter Morgen 2/2008
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