Fackelzug der Faschisten duch das Brandenburger Tor
Illegales Flugblatt der KPD
Der ausgebrannte Reichstag - angesteckt von den Faschisten
Ernst Thälmann im KZ
Die faschistische Wehrmacht überfällt Polen: Beginn des 2. Weltkriegs
Deutschland ist zerstört - der Faschismus durch die Rote Armee vernichtet
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Der faschistische Terror
Ernst Thälmann hatte auf der illegalen Tagung des ZK der KPD am
7. Februar 1933 die faschistische Diktatur als Diktatur der deutschen
Großbourgeoisie charakterisiert und vor der Brutalität des
faschistischen Regimes gewarnt: "Also, nicht nur Vernichtung der
letzten spärlichen Rechte der Arbeiter, nicht nur Parteiverbot, nicht
nur faschistische Klassenjustiz, sondern alle Formen des faschistischen
Terrors. Darüber hinaus: Masseninternierung von Kommunisten in Konzentrationslagern,
Lynchjustiz und Meuchelmorde an unseren tapferen antifaschistischen Kämpfern,
insbesondere an kommunistischen Führern - das alles gehört mit
zu den Waffen, deren sich die faschistische Diktatur uns gegenüber
bedienen wird."
Mit der Liquidierung aller anderen Parteien, der Zerschlagung der Gewerkschaften,
der massenweise Verhaftung von Arbeiterfunktionären hatte die Hitlerpartei
einen Teil des Auftrages der Monopole verwirklicht.
Unter den harten Schlägen der faschistischen Diktatur, von der sowohl
die kommunistischen wie die sozialdemokratischen Arbeiter getroffen wurden,
entstanden in vielen Orten Deutschlands Ansätze zu einer Einheitsfrontbewegung.
Immer wieder erneuerte das ZK der KPD seine Bemühungen um die Herstellung
einer einheitlichen Kampffront gegen den Faschismus durch Angebote an
den Parteivorstand der SPD im Ausland. Der SPD-Parteivorstand lehnte ab.
Im Juli/August 1935 fand in Moskau der VII. Weltkongreß der Kommunistischen
Internationale statt. In den Berichten wurde über die neue Lage Stellung
genommen. In bolschewistischer Offenheit wurde kritisch zur Arbeit der
KPD Stellung genommen. Im Referat Dimitroffs heißt es: "War
der Sieg des Faschismus in Deutschland unvermeidlich? Nein, die deutsche
Arbeiterklasse hätte ihn verhindern können. Aber dazu hätte
sie die Herstellung er antifaschistischen proletarischen Einheitsfront
durchsetzen, die Führer der Sozialdemokratie zwingen müssen
den Feldzug gegen die Kommunisten einzustellen...".
Dimitroff erklärte: "Man (nämlich die kommunistischen
Parteien, RM) unterschätzte die Macht der Verbundenheit der Massen
mit ihren (insbesondere sozialdemokratischen, RM) Organisationen und Leitungen,
und wenn die Massen dieses Band nicht gleich zerrissen, wurden sie ebenso
schroff wie ihre reaktionären Führer behandelt." Dies traf
z.B. auf Deutschland zu, wo die KPD die falsche und sektiererische Theorie,
wonach die SPD als Partei "sozialfaschistisch" sei, erst nach
dem VII. Weltkongreß und unter dessen Einfluß zurückwies.
Zwar traf es durchaus zu, daß die reaktionären Führer
der SPD zur Durchführung der faschistischen Diktatur bereit waren,
doch die SPD als Partei war aufgrund ihrer klassenmäßigen Zusammensetzung
dazu nicht in der Lage. So bezeichnete zwar die sozialdemokratische Gewerkschaftsführung
die Machtergreifung des Faschismus als "Revolution", als siegreiche
"Fortsetzung" der Revolution von 1918 und legte Nachdruck darauf,
daß der gemeinsame Feind der Kommunismus sei.
Am 1. Mai riefen die sozialdemokratischen Führer des ADGB die ArbeiterInnen
dazu auf, unter der Hakenkreuzfahne zu demonstrieren, doch viele sozialdemokratische
ArbeiterInnen leisteten diesem Aufruf keine Folge. So besetzten die Faschisten
am 2. Mai die Gewerkschaftshäuser, übernahmen die Gewerkschaften
und gliederten sie der faschistischen "Arbeitsfront" an. Ley,
der Führer der Arbeitsfront, erklärte: "Die Leiparts und
die Grassmanns (sozialdemokratische ADGB-Führer) mögen ihre
Hingebung an Hitler bekennen; aber sie sind besser im Gefängnis aufgehoben."
Die gesamte Reichstagsfraktion der SPD stimmte am 17. Mai 1933 für
die faschistische Regierungserklärung und stimmte in den einhelligen
Beifall für Hitler ein.
Dennoch wurde das gesamte Eigentum der SPD eingezogen und die Partei
am 22. Juni formell für aufgelöst erklärt. Nicht wenige
Funktionäre der SPD traten zwar in die faschistische Partei über
und behielten teils ihre Posten im Staatsapparat bei, aber die SPD im
Ganzen war als Arbeiterpartei für die Faschisten eine Gefahr. Doch
die "Sozialfaschismus"-Theorie differenzierte nicht zwischen
den reaktionären Führern und den proletarischen Mitgliedermassen
und behinderte somit den Loslösungsprozeß der Massen von ihren
reaktionären Führern, anstatt ihn zu fördern.
Dimitroff sagte weiter: "Man ignorierte die Notwendigkeit eines
zähen Kampfes unter den Massen zur Gewinnung ihres Vertrauens. Man
vernachlässigte den Kampf für Teilforderungen der Arbeiter und
die Arbeit in den reformistischen Gewerkschaften und den faschistischen
Massenorganisationen. Die Einheitsfrontpolitik wurde häufig durch
bloße Appelle und abstrakte Propaganda ersetzt." Dimitroff
kritisierte die "Doktrinäre", "die in der Einheitsfrontpolitik
immer und überall nur Gefahren wittern". Er bezeichnete dies
als "politische Hilflosigkeit gegenüber den Schwierigkeiten
der unmittelbaren Leitung des Kampfes der Massen."
Der Kongreß wies den Weg zum Sturz des Faschismus.
Im Oktober 1935 führte die KPD in Brüssel ihre erste Parteikonferenz
nach dem Machtantritt des Faschismus durch. Im Mittelpunkt der Beratungen
und der Beschlüsse stand die Frage der Schaffung einer antifaschistischen
Einheitsfront. Unter dem Eindruck des VII. Weltkongresses nahm diese Konferenz
eine scharfe Selbstkritik an sektiererischen Mängeln der Arbeit der
KPD in verschiedenen Arbeitsbereichen vor. Noch nach der Angliederung
des ADGB an die faschistische "Arbeitsfront" hatte das ZK der
KPD den Schwerpunkt der Gewerkschaftsarbeit auf die Stärkung der
RGO gelegt, anstatt mit aller Kraft gemeinsam mit den sozialdemokratischen
ArbeiterInnen für die Wiedererrichtung freier Gewerkschaften zu kämpfen.
Ferner war nicht verstanden worden, daß der Kampf für freie
Gewerkschaften vor allem innerhalb der faschistischen Arbeitsfront geführt
werden mußte, in der die ArbeiterInnen ja zwangsorganisiert waren,
und daß dabei auch alle legalen Mittel genutzt werden mußten.
Auch mit schwerwiegenden sektiererischen Mängeln der Jugendarbeit
der KPD setzte sich die Konferenz auseinander.
Sofort nach dieser Konferenz schlug das ZK der KPD dem Parteivorstand
der SPD in Prag erneute Verhandlungen über gemeinsame Kampfaktionen
gegen den Faschismus vor. Es zeigte sich aber, daß der SPD-Parteivorstand
nicht willens war eine Einigung zu erzielen. Zur Ehre vieler SPD-Mitglieder
muß gesagt werden, daß sie das Angebot der KPD zur proletarischen
Einheitsfront annahmen und in zahlreichen Widerstandsgruppen gemeinsam
mit den Kommunisten kämpften.
Am 2.8. 1934 wurde der Tod Hindenburgs bekanntgegeben. Nach der Weimarer
Verfassung, die ja noch gültig war, wurde zur Täuschung der
Massen eine Volksbefragung durchgeführt, in der sich Hitler sein
Führeramt bestätigen ließ. Sieben Millionen Wähler
stimmten mit "Nein" ab. Weitere Millionen machten den Stimmzettel
ungültig. Goebbels mußte zugeben, daß in Berlin 45% mit
"Nein" gestimmt hatten.
Zu dieser außerordentlichen Willenserklärung des deutschen
Volkes gegen Hitler kam es dank des heldenhaften illegalen Kampfes der
Kommunisten und anderer antifaschistischer Kreise. Unmittelbar nach dem
30. Juni 1934 hatte die KPD in großer Zahl einen Aufruf verbreitet,
in dem gezeigt wurde, daß der Massenmord ein Zeichen der Schwäche
des faschistischen Regimes war. Die KPD forderte die Arbeiter auf, eine
illegale Kampffront mit allen Hitlergegnern herzustellen und innerhalb
der nazistischen Organisationen zu arbeiten, um dort die Massen der Werktätigen
über den wahren Charakter des Naziregimes aufzuklären.
Die verschärfte Ausbeutung und die politische Entrechtung der Werktätigen
in Deutschland hatte zu einem Anwachsen der antifaschistischen Stimmungen
und des Kampfes der deutschen Arbeiterklasse geführt. Nach Angaben
der Gestapo streikten allein im Jahre 1935 über 25.000 Arbeiter,
vor allem Arbeiter der Reichsautobahn und der Rüstungswerke. In ihren
Berichten mußte die Gestapo auch feststellen, daß die nazifeindliche
Tätigkeit nach der Brüsseler Konferenz zunahm. Im Jahre 1935
stellte sie z.B. mehr als 5000 Verbreitungsstellen antifaschistischen
Materials fest.
Die Berner Konferenz der KPD
Vom tagte die Berner Konferenz der KPD. Die Konferenz
fand zu einer Zeit statt, als sich der deutsche Faschismus zur endgültigen
Annexion der Tschechoslowakei anschickte und der Krieg unmittelbar vor
der Tür stand. Mit Arbeitsunterbrechungen, Massenzusammenkünften
in Kantinen, Verlangsamung und Störung der Produktion brachten viele
Arbeiter in Deutschland ihre Unzufriedenheit mit dem faschistischen Regime
zum Ausdruck. Breite Schichten des Volkes waren gegen den Krieg eingestellt.
Doch genügte es nicht, nur für den Frieden zu sprechen, sondern
man mußte aktiv für ihn kämpfen. Die Berner Konferenz
erarbeitete die politischen und organisatorischen Richtlinien für
den Kampf zum Sturz des deutschen Faschismus und gegen die drohende Kriegsgefahr.
Im Programm zur Errichtung einer demokratischen Republik heißt es
u.a.:
- Enteignung des faschistischen Monopolkapitals
- Durchführung einer Bodenreform im Interesse der Bauern und Landarbeiter
- Aufbau eines demokratischen Staates.
Gleichzeitig wurden entschiedene Schritte zur Herstellung der Einheit
der Arbeiterklasse gemacht.
Der antifaschistische Widerstandskampf
Am 22. Juni 1941 überfiel Hitlerdeutschland die sozialistische Sowjetunion.
In Deutschland verschärften die Faschisten die Unterdrückung.
Allein 1942 wurden 9916 Kommunisten von der Gestapo verhaftet (Aber auch
697 SPD-Mitglieder). Da die KPD die erfolgreichste und effektivste Kraft
der antifaschistischen Widerstandsbewegung war, richteten die Faschisten
den Hauptstoß gegen sie. Sie brachte die meisten Opfer im Kampf
gegen den Hitlerfaschismus (Etwa die Hälfte ihrer Mitglieder wurden
von den Faschisten ermordet).
In seinen konkreten Formen war der Widerstand gegen die Hitlerdiktatur
ein Kampf der unterschiedlichsten Kräfte aus allen Klassen und Schichten
des Volkes gegen die Zwangsmaßnahmen und den Terror. Der antifaschistische
Kampf war eine spezifische Form des Kampfes der Arbeiterklasse im Bündnis
mit andern Kräften gegen den Imperialismus. Es gehört zu den
fundamentalen Grundwahrheiten der Geschichte, daß die KPD in dieser
Klassenauseinandersetzung mit dem Imperialismus, im antifaschistischen
Kampf, stets an der Spitze stand, daß sie die führende und
organisierende Kraft der deutschen antifaschistischen Widerstandsbewegung
war.
Die KPD war die einzige politische Partei, die den Übergang in die
Illegalität geschlossen vollzog und als Partei insgesamt ihre Kampffähigkeit
und Kampfentschlossenheit bewahrt hatte.
Die KPD - und nur sie - wirkte in den zwölf Jahren der Hitlerdiktatur,
auch unter den schwierigsten Bedingungen des zweiten Weltkrieges.
Die KPD konnte sich stets auf ein Netz von illegalen Parteigruppen und
-organisationen mit entsprechenden Leitungen im lokalen und regionalen
Maßstab stützen.
Trotz des aufopferungsvollen Kampfes der deutschen Antifaschisten gelang
es jedoch der deutschen Arbeiterklasse und dem deutschen Volk nicht, aus
eigener Kraft die faschistische Diktatur zu stürzen.
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